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Experimentelle Neurophysiologie

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich insbesondere mit neurophysiologischen Fragestellungen zu interhemispherischen Verbindungen bei unterschiedlichen Krankheitsbildern. Das Corpus callosum (CC) ist das morphologische Korrelat der interhemispherischen Konnektivität. Seine Integrität ist von großer Bedeutung für motorische Funktion und interhemispherische Koordination von bimanualen Bewegungen. Kallosale Fasern zeigen eine hohe Vulnerabilität, da sie bei einer Reihe von neurodegenerativen Erkrankungen wie verschiedenen Parkinsonsyndromen (Wolters et al., Movement Disorders 2004) und der Amyotrophen Lateralsklerose (Wittstock et al., Clinical Electrophysiology 2007) auch in frühen Stadien der Erkrankungen Veränderungen zeigen. Die Integrität kallosaler Fasern kann elektrophysiologisch mittels transkranieller Magnetstimulation (TMS) durch Evaluation der transkallosalen Inhibition (TI) untersucht werden. TMS-Untersuchungen der TI können durch Messung der ipsilateralen Silent Period (iSP) erfolgen. Die häufigsten Befunde sind eine Verlängerung der iSP-Latenz oder ein Verlust der iSP. Alternativ ist es möglich, eine Alteration der TI über ein Doppelspulsparadigma zu untersuchen. TMS-Untersuchungen der TI können ein hilfreiches diagnostisches Instrument sein und neue Einblicke in die Pathophysiologie der untersuchten Krankheitsentitäten geben.

In der Arbeitsgruppe arbeiten unter anderem auch die Assistenzärzte Inga Pohley und Jan Böhmert im Rahmen ihrer Dissertationsarbeiten.